Fachkräftemangel – die Klagen reißen nicht ab

Optionen, wie Sie trotzdem neue Stellenbewerber finden.

Die Kla­gen über den Fach­kräf­te­man­gel rei­ßen nicht ab. In einer News­mel­dung berich­tet Hei­se-Online, dass beson­ders Unter­neh­men der Infor­ma­ti­ons­tech­nik- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­bran­che davon betrof­fen sei­en.

Es fol­gen die übli­chen Fak­ten: Umsatz­ein­bu­ßen von 8,5 %, (11 Mil­li­ar­den Euro pro Jahr), 38.000 unbe­setz­te Stel­len, ein Groß­teil davon in der Soft­ware-Ent­wick­lung, in Mar­ke­ting und Ver­trieb. Der Man­gel an qua­li­fi­zier­ten Ange­stell­ten bringt wei­te­re Fol­ge­schä­den mit sich: Auf­trä­ge kön­nen nicht mehr bewäl­tigt wer­den, vor­han­de­ne Mit­ar­bei­ter sind über­las­tet und vom Burn-out-Syn­drom bedroht.

Lieber Unternehmer, ist dies auch Ihre Realität?

Sehe ich Sie eif­rig zustim­mend nicken? Haben Sie ähn­li­che Erfah­run­gen vor­zu­wei­sen? Glau­ben Sie auch, es sei in Deutsch­land schier unmög­lich gewor­den, geeig­ne­te Mit­ar­bei­ter zu fin­den? Dann gebe ich Ihnen einen ernst gemein­ten Rat: Schau­en Sie mal auf die ande­re Sei­te der Kla­ge­mau­er. Auf die Sei­te der Fach­kräf­te, die sich an der Dis­kus­si­on um den Fach­kräf­te­man­gel betei­li­gen. Hören Sie auf deren Argu­men­te und über­le­gen Sie, was davon auf Ihr Unter­neh­men und Ihre Stel­len­aus­schrei­bun­gen zutrifft.

Und was sagen die Fachkräfte selbst?

Rund 660 Kom­men­ta­re in weni­ger als 24 Stun­den im Hei­se-Forum – Hei­ses Mel­dung zum Fach­kräf­te­man­gel streut Salz in offe­ne Wun­den. Zie­hen wir ein­mal die inhalts­lo­sen, wüten­den Kom­men­ta­re ab, die sich im Inter­net anonym so leicht­hin abge­ge­ben las­sen.

Schau­en wir auf die Bei­trä­ge, die von Fach­kräf­ten stam­men, die ihrer­seits bekla­gen, dass sie sich seit Län­ge­rem erfolg­los auf Stel­len­su­che befin­den. Was sind die Grün­de für ihre Kla­gen? Was bemän­geln sie?

Was potenzielle Bewerber abschreckt

Eine schlech­te Bezah­lung, natür­lich. Aber Geld ist nur ein Kri­te­ri­um, das von den poten­zi­el­len Stel­len­be­wer­bern erwähnt wird – und dies auch nicht von allen. Dane­ben wird an objek­tiv mess­ba­ren Kri­te­ri­en die hohe Stun­den­zahl benannt, die Fach­kräf­te arbei­ten sol­len und die dar­aus resul­tie­ren­de Unver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf. Ein Pro­blem, das für vie­le Unter­neh­men nur schwer zu lösen ist, da es ja gera­de aus der chro­ni­schen Unter­be­set­zung resul­tiert. Noch inter­es­san­ter sind aber die Bei­trä­ge, in denen das sub­jek­ti­ve Emp­fin­den der Stel­len­be­wer­ber zum Aus­druck kommt. Die Erfah­run­gen, die sie mit Stel­len­aus­schrei­bun­gen und Bewer­bungs­ge­sprä­chen machen muss­ten. Ihr Unmut dar­über drückt sich in vie­len Kom­men­ta­ren aus. Was wird da benannt?

  1. Die Stel­len­aus­schrei­bun­gen sind viel zu all­ge­mein gehal­ten
    Die wesent­li­chen Details wer­den nicht oder an fal­scher Stel­le benannt. Das führt auf bei­den Sei­ten zu frus­trie­ren­den Erfah­run­gen. Die Fach­kraft macht sich zum hun­derts­ten Mal die Mühe, ihre Bewer­bungs­un­ter­la­gen einem Unter­neh­men zuzu­schi­cken, für des­sen Stel­le eine völ­lig ande­re Qua­li­fi­ka­ti­on erfor­der­lich wäre. Die Per­so­na­len müs­sen sich durch eine Viel­zahl von Bewer­bun­gen lesen, die sie aus dem glei­chen Grund nicht berück­sich­ti­gen kön­nen.
  2. In den Stel­len­an­zei­gen wer­den kei­ne kon­kre­ten Anfor­de­run­gen oder Qua­li­fi­ka­tio­nen benannt. Der Bewer­ber muss ein­fach alles kön­nen. Und statt ihm dann wenigs­tens zu sagen, was ihn dafür an Leis­tun­gen und inter­es­san­ten Auf­ga­ben erwar­tet, wird er ledig­lich gefragt, ob er sei­ne Fähig­kei­ten unter Beweis stel­len möch­te. Natür­lich möch­te er das – aber wel­che denn? Und wofür?
  3. In den Stel­len­an­zei­gen wer­den aus­schließ­lich stu­dier­te Bewer­ber gesucht. Doch Uni-Abschlüs­se und Zer­ti­fi­ka­te sind nicht alles, was einen geeig­ne­ten Bewer­ber aus­zeich­net. Vie­le Fach­kräf­te haben sich selbst­stän­dig wei­ter­ge­bil­det, sind an ihren Auf­ga­ben gewach­sen, wer­den aber als Bewer­ber sofort aus­sor­tiert, weil nicht ihre Erfah­rung, son­dern nur ein Zeug­nis zählt.
  4. Auch qua­li­fi­zier­te Bewer­ber kla­gen dar­über, dass sie sich nicht wirk­lich aner­kannt füh­len. Ihre Fähig­kei­ten wer­den her­ab­ge­spielt, sie wer­den als aus­tausch­ba­re Räd­chen im Gefü­ge wahr­ge­nom­men.
  5. Dazu passt auch, dass Stel­len­be­wer­ber den Ein­druck haben, zuneh­mend als huma­ne Res­sour­cen betrach­tet zu wer­den! Das heißt, sie wer­den auf ihr Funk­tio­nie­ren begrenzt, der Mensch hin­ter den Qua­li­fi­ka­tio­nen ver­schwin­det.

Sagen Sie doch einfach, was Sie wollen!

Genug gejam­mert und geklagt. Die Fak­ten sind doch klar: Auf der einen Sei­te besteht ein hoher Bedarf an Fach­kräf­ten. Auf der ande­ren Sei­te fin­den vie­le qua­li­fi­zier­te Inter­es­sen­ten kei­ne Anstel­lung. Also lau­tet die logi­sche Fra­ge: Wie kom­men bei­de Sei­ten zuein­an­der? Und spä­tes­tens jetzt wird deut­lich: Sie als Unter­neh­mer müs­sen klar auf den Punkt brin­gen, wen Sie für wel­ches Auf­ga­ben­feld suchen. Was Sie als Unter­neh­men zu bie­ten haben. Wodurch sich Ihr Unter­neh­men von ande­ren posi­tiv abhebt. Und dies in Ihrer Anzei­ge so her­vor­he­ben, dass sich der geeig­ne­te Bewer­ber sofort ange­spro­chen fühlt.

Bevor Sie also die nächste erfolglose Stellenanzeige schalten, überlegen Sie:

  • Wel­che Qua­li­fi­ka­tio­nen sind für die aus­ge­schrie­be­ne Vakanz wesent­lich?
  • Besteht die Mög­lich­keit, Beruf und Fami­lie zu ver­ein­ba­ren?
  • Wor­in unter­stüt­zen Sie den Stel­len­be­wer­ber?
  • Was unter­schei­det Ihr Unter­neh­men von ande­ren?
  • Wel­che Mög­lich­kei­ten zur Wei­ter­bil­dung und zum beruf­li­chen Auf­stieg bie­ten Sie?
  • Wie gestal­tet sich die Zusam­men­ar­beit im Team, unter den Kol­le­gen?
  • Wel­che Fir­men­phi­lo­so­phie ver­tre­ten Sie und wie kann sich der Bewer­ber damit iden­ti­fi­zie­ren?
  • Und vor allem: Suchen Sie bit­te nicht nach einer huma­nen Res­sour­ce. Spre­chen Sie den Men­schen an und wecken Sie in ihm den Wunsch, bei Ihnen zu arbei­ten!

Profil gewinnen und zeigen

Die Lis­te wäre noch ver­län­ger­bar. Doch ich sehe Sie schon jetzt den Kopf schüt­teln. Was für ein Auf­wand! Wie soll ich das alles in einer Stel­len­an­zei­ge unter­brin­gen? Dar­über kön­nen Sie sich Gedan­ken machen, müs­sen Sie aber nicht.

Denn dafür gibt es den Stel­len­an­zei­gen­Spe­zia­lis­ten.

Genau das ist mein Auf­trag: Ihr Unter­neh­men, Ihre Stel­len­an­zei­ge auf Vor­der­mann zu brin­gen. Typisch chao­ti­sche Stel­len­an­non­cen­tex­te zu ent­rüm­peln und ihnen ein kla­res Pro­fil zu geben. Damit Sie bei der nächs­ten Mel­dung über den Fach­kräf­te­man­gel nicht sor­gen­voll die Stirn run­zeln, son­dern sich ent­spannt und mit einem zufrie­de­nen Lächeln zurück­leh­nen. Weil Sie Ihre Fach­kraft längst gewon­nen haben.