Vom Teamplayer zum Ninja – Floskeln in Stellenanzeigen vermeiden

Superheld oder Kämpfernatur – der Wunschbewerber 4.0

Sind Sie ein Hero oder ein Nin­ja? Ein Rock­star oder ein Genius? Nichts davon trifft auf Sie zu? Dann wer­den Sie, falls sich ein Trend, den die Betreiber der Meta­job­such­mas­chine joblift.de unter die Lupe genom­men haben, fort­set­zt, in Zukun­ft als Stel­len­be­wer­ber wohl nicht mehr infrage kom­men.

Und umgekehrt: Wenn Sie als Unternehmer oder Per­son­alver­ant­wortlich­er einen Soft­wa­reen­twick­ler, Mar­keting­ex­perten oder eine Reini­gungskraft suchen, dann müssen Sie sich zukün­ftig an Ein­fall­sre­ich­tum bezüglich der Stel­lenbeschrei­bung schon im dreifachen Salto mor­tale üben, um Ihren neuen „Guru“ zu find­en.

Lesen Sie im Fol­gen­den,

  • welche Stereo­typen gängige Stel­lenanzeigen derzeit beherrschen;
  • ob und in welchem Maße dies sin­nvoll ist und
  • was Sie bess­er machen kön­nen, um rasch einen qual­i­fizierten Bewer­ber zu find­en.

Joblift-Analyse gibt Einblick in die aktuelle Floskologie von Stellenanzeigen

Zu den neuen Berufs­beze­ich­nun­gen, die 2016 den Stel­len­markt dominierten, gehörten laut joblift.de Titel wie „Evan­ge­list“, „Hero“ oder „Held“ sowie „Rock­star“. Gemeint waren Marken­botschafter, Tech­nolo­gieber­ater, Soft­wa­reen­twick­ler oder Kun­den­di­en­st­mi­tar­beit­er.

Nach Stel­len­be­wer­bern für Haushalt, Ser­vice oder in assistieren­den Bere­ichen wurde gern mit Beze­ich­nun­gen wie „Magi­cians“, „Fee“ und „Wiz­ard“ gesucht. Die Titel sind ver­bun­den mit stereo­typen Vorstel­lun­gen davon, welche Eigen­schaften notwendig sind, um in den jew­eili­gen Branchen mithal­ten zu kön­nen.

Aber mal ehrlich: Waren der­lei Jobbeschrei­bun­gen ursprünglich orig­inell, zeigen sie ab der dreißig­sten Wieder­hol­ung und Abkupfer­ung doch nur, dass die auss­chreiben­den Unternehmen die Stel­lenanzeigen der Mit­be­wer­ber ken­nen. Nicht aber, dass sie sich wirk­lich Gedanken gemacht haben, welchen Anforderun­gen ihr Bewer­ber gewach­sen sein muss.

Info­grafik: Top-5 Jobti­tel-Floskeln (© Joblift.de)

Wie man’s macht, macht man’s verkehrt

Dass Floskeln und leere Phrasen in Stel­lenanzeigen Ihre Absicht, einen geeigneten Bewer­ber zu find­en, sabotieren, habe ich in meinem Beitrag „Typ­is­che Floskeln in Stel­lenanzeigen ver­mei­den“ bere­its aus­führlich beschrieben. Darin ging es allerd­ings nicht um aus­ge­fal­l­ene Berufs­beze­ich­nun­gen, son­dern um die ewig gle­iche Aneinan­der­rei­hung von Attribut­en, die für sich genom­men richtig und wichtig sind, aber mit Leben gefüllt und präzisiert wer­den müssen.

Während also die Gestal­tung Ihrer Stel­lenanzeige kreativ, span­nend, humor­voll, attrak­tiv und vor allem auf­fal­l­end sein sollte, gilt für den Text: Find­en Sie das richtige Maß. Und das ist immer eines, das zu Ihrem Unternehmen passt, statt einem Trend zu fol­gen.

Darauf komm es an: Floskeln nicht ersetzen, sondern Begriffe mit Leben füllen

Auf Floskeln zu verzicht­en, das bedeutet eben nicht, diese durch Syn­onyme oder kreative Wortschöp­fun­gen zu erset­zen. Sie müssen die Stel­lenanzeige nicht neu erfind­en, um einen geeigneten Bewer­ber für Ihr Unternehmen zu find­en. Wichtig ist, dass Sie konkretisieren, was genau Sie von Ihrem zukün­fti­gen Mitar­beit­er erwarten.

Statt also ideen­re­iche Berufs­beze­ich­nun­gen zu ersin­nen, die let­ztlich falsche Erwartun­gen weck­en, ver­suchen Sie, so genau wie möglich zu benen­nen, was Ihr Stel­len­be­wer­ber an beru­flichen und per­sön­lichen Eigen­schaften mit­brin­gen sollte, damit bei­de Seit­en glück­lich wer­den.

Wer braucht schon Beliebigkeit?

Schließlich suchen Sie nicht irgen­deinen Bewer­ber, son­dern einen, der die Anforderun­gen Ihres Stel­len­pro­fils möglichst genau erfüllt. Wie aber soll ein Bewer­ber ein­schätzen, ob er der richtige ist, wenn Sie ihm nur Floskeln anbi­eten?

Umgekehrt suchen ger­ade Fachkräfte nicht nach irgen­dein­er beliebi­gen Stelle. Sie wollen in ihrem Kön­nen und in ihrer Per­son gese­hen, geschätzt und gefördert wer­den. Sie suchen nach Anzeigen, in denen ihre Qual­itäten und ihre Chan­cen beschrieben wer­den. Ein Mar­keting­ex­perte wird sich­er nicht in die Such­mas­chine eingeben: „Stel­lenanzeige Evan­ge­list“. Es sei denn, er ist bere­its völ­lig frus­tri­ert und weiß sich anders nicht zu behelfen. Ob das dann der Mitar­beit­er ist, den Sie suchen?

Und auch die Spül­hil­fe kann sich zwar geschme­ichelt fühlen, wenn sie in Ihrer Anzeige als „Sternenstaubpolierer/in“ beze­ich­net wird. Ob sie sich dadurch aber in ihrer Arbeit wirk­lich anerkan­nt fühlt? Oder vern­immt sie eine leicht abschätzige Ironie?

Sie dürfen und sollen auffallen. Aber so, dass es zu Ihrem Unternehmen passt!

Nichts Genaues weiß man nicht. Jed­er von uns reagiert anders auf drol­lige For­mulierun­gen. So weisen die Analy­sen von joblift.de zwar auf Trends hin, die es zu über­denken gilt, liefern aber keine Dat­en zur der span­nen­den Frage, ob die Suche nach Helden und Nin­jas erfol­gre­ich­er ist als die nach Mar­keting­ex­perten und Reini­gungskräften. Schließlich macht es ja auch Spaß, sich als „Piz­za­held“ zu ver­ste­hen oder als „König der High­ways“ unter­wegs zu sein.

Meine Frage als Stel­lenanzeigen­spezial­ist lautet daher nicht, ob es sin­nvoll ist, solche For­mulierun­gen zu ver­wen­den. Son­dern ob es zu Ihrem Unternehmen passt. Und ob es Ihnen gelingt, trotz hip­per Beze­ich­nun­gen das Präg­nante, Indi­vidu­elle, Beson­dere Ihres Stel­lenange­bots in Gestal­tung und Text abzu­bilden.

Wie Ansprache und Tonal­ität aus­fall­en, hängt näm­lich in erster Lin­ie von davon ab, wie die Gepflo­gen­heit­en in Ihrem Unternehmen sind. Ver­suchen Sie also nicht, einem Trend zu fol­gen, ver­suchen Sie eine Anzeige zu for­mulieren, die in Gestal­tung und Tonal­ität beim Bewer­ber einen ersten Ein­druck davon erzeugt, was ihn oder sie in Ihrem Unternehmen erwartet.

Ähn­lich­es gilt für die For­mulierung des Unternehmens- und Bewer­ber­pro­fils sowie für die Stel­lenbeschrei­bung und die Vergü­tung. In ein­er Onlin­eanzeige auf Ihrer Web­site haben Sie aus­re­ichend Platz, um aus­führlich und doch präzise zu schildern, was und wen Sie suchen. Ihre Print­anzeige dür­fen Sie dage­gen ruhig kurzhal­ten. Sie überzeugt durch eine ansprechende Sym­bo­l­ik und ver­weist Inter­essen­ten auf Ihre aus­führliche Online-Stel­lenanzeige in der Kar­riere-/Job Sek­tion Ihrer Unternehmensweb­site.

Suchmaschinenoptimierung hilft, die richtigen Bewerber zu finden

Zu guter Let­zt soll­ten Sie ger­ade bei Online-Stel­lenanzeigen berück­sichti­gen, dass die Ver­wen­dung wichtiger Key­words unab­d­ing­bar dafür ist, damit qual­i­fizierte Bewer­ber den Weg auf Ihre Web­site find­en. Wenn Sie also in Ihrem Unternehmen helden­haft tätig sind, dann benen­nen Sie dies auch so. Oder wenn Umschrei­bun­gen wie „Genius“ oder „Nin­ja“ genau zu Ihrer Art Humor passen. Vergessen Sie aber nicht: Sie wollen nicht nur witzig und ein­fall­sre­ich sein. Sie wollen gefun­den wer­den. Und zwar von den Richti­gen. Eine knuf­fige Head­line allein reicht da nicht aus, das wäre nur Fir­lefanz, auf den Sie gut und gern verzicht­en kön­nen.

Wenn Sie schließlich trotz inten­siv­en Nach­denkens, wie Ihre erfol­gre­iche Stel­lenanzeige ausse­hen und klin­gen kön­nte, nicht zu einem überzeu­gen­den Ergeb­nis kom­men, dann ste­he ich für ein unverbindlich­es Beratungs­ge­spräch gern zur Ver­fü­gung. Als genialer Nin­ja, als helden­hafter Rock­star, als ehe­ma­liger Fallschirm­springer, als liebevoller Vater oder ein­fach als Stel­lenanzeigen­spezial­ist mit Kom­pe­tenz und Erfahrung.

Sie erre­ichen mich täglich von 8 bis 20 Uhr unter der Tele­fon­num­mer 0 99 05 — 707 85 80.

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