Fachkräftemangel – die Klagen reißen nicht ab

Die Klagen über den Fachkräftemangel reißen nicht ab. In einer Newsmeldung vom 22.05.2012 berichtet Heise-Online, dass besonders Unternehmen der Informationstechnik- und Kommunikationsbranche davon betroffen seien. Es folgen die üblichen Fakten: Umsatzeinbußen von 8,5 %, (11 Milliarden Euro pro Jahr), 38.000 unbesetzte Stellen, ein Großteil davon in der Software-Entwicklung, in Marketing und Vertrieb. Der Mangel an qualifizierten Angestellten bringt weitere Folgeschäden mit sich: Aufträge können nicht mehr bewältigt werden, vorhandene Mitarbeiter sind überlastet und vom Burn-out-Syndrom bedroht.

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Lieber Unternehmer, ist dies auch Ihre Realität?

Sehe ich Sie eifrig zustimmend nicken? Haben Sie ähnliche Erfahrungen vorzuweisen? Glauben Sie auch, es sei in Deutschland schier unmöglich geworden, geeignete Mitarbeiter zu finden? Dann gebe ich Ihnen einen ernst gemeinten Rat: Schauen Sie mal auf die andere Seite der Klagemauer. Auf die Seite der Fachkräfte, die sich an der Diskussion um den Fachkräftemangel beteiligen. Hören Sie auf deren Argumente und überlegen Sie, was davon auf Ihr Unternehmen und Ihre Stellenausschreibungen zutrifft.

Und was sagen die Fachkräfte selbst?

Rund 660 Kommentare in weniger als 24 Stunden im Heise-Forum – Heises Meldung zum Fachkräftemangel streut Salz in offene Wunden. Ziehen wir einmal die inhaltslosen, wütenden Kommentare ab, die sich im Internet anonym so leichthin abgegeben lassen. Schauen wir auf die Beiträge, die von Fachkräften stammen, die ihrerseits beklagen, dass sie sich seit Längerem erfolglos auf Stellensuche befinden. Was sind die Gründe für ihre Klagen? Was bemängeln sie?

Was potenzielle Bewerber abschreckt

Eine schlechte Bezahlung, natürlich. Aber Geld ist nur ein Kriterium, das von den potenziellen Stellenbewerbern erwähnt wird – und dies auch nicht von allen. Daneben wird an objektiv messbaren Kriterien die hohe Stundenzahl benannt, die Fachkräfte arbeiten sollen und die daraus resultierende Unvereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein Problem, das für viele Unternehmen nur schwer zu lösen ist, da es ja gerade aus der chronischen Unterbesetzung resultiert. Noch interessanter sind aber die Beiträge, in denen das subjektive Empfinden der Stellenbewerber zum Ausdruck kommt. Die Erfahrungen, die sie mit Stellenausschreibungen und Bewerbungsgesprächen machen mussten. Ihr Unmut darüber drückt sich in vielen Kommentaren aus. Was wird da benannt?

  1. Die Stellenausschreibungen sind viel zu allgemein gehalten, die wesentlichen Details werden nicht oder an falscher Stelle benannt. Das führt auf beiden Seiten zu frustrierenden Erfahrungen. Die Fachkraft macht sich zum hundertsten Mal die Mühe, ihre Bewerbungsunterlagen einem Unternehmen zuzuschicken, für dessen Stelle eine völlig andere Qualifikation erforderlich wäre. Die Personalen müssen sich durch eine Vielzahl von Bewerbungen lesen, die sie aus dem gleichen Grund nicht berücksichtigen können.
  2. In den Stellenanzeigen werden keine konkreten Anforderungen oder Qualifikationen benannt. Der Bewerber muss einfach alles können. Und statt ihm dann wenigstens zu sagen, was ihn dafür an Leistungen und interessanten Aufgaben erwartet, wird er lediglich gefragt, ob er seine Fähigkeiten unter Beweis stellen möchte. Natürlich möchte er das – aber welche denn? Und wofür?
  3. In den Stellenanzeigen werden ausschließlich studierte Bewerber gesucht. Doch Uni-Abschlüsse und Zertifikate sind nicht alles, was einen geeigneten Bewerber auszeichnet. Viele Fachkräfte haben sich selbstständig weitergebildet, sind an ihren Aufgaben gewachsen, werden aber als Bewerber sofort aussortiert, weil nicht ihre Erfahrung, sondern nur ein Zeugnis zählt.
  4. Auch qualifizierte Bewerber klagen darüber, dass sie sich nicht wirklich anerkannt fühlen. Ihre Fähigkeiten werden herabgespielt, sie werden als austauschbare Rädchen im Gefüge wahrgenommen.
  5. Dazu passt auch, dass Stellenbewerber den Eindruck haben, zunehmend als humane Ressourcen betrachtet zu werden! Das heißt, sie werden auf ihr Funktionieren begrenzt, der Mensch hinter den Qualifikationen verschwindet.

Sagen Sie doch einfach, was Sie wollen!

Genug gejammert und geklagt. Die Fakten sind doch klar: Auf der einen Seite besteht ein hoher Bedarf an Fachkräften. Auf der anderen Seite finden viele qualifizierte Interessenten keine Anstellung. Also lautet die logische Frage: Wie kommen beide Seiten zueinander? Und spätestens jetzt wird deutlich: Sie als Unternehmer müssen klar auf den Punkt bringen, wen Sie für welches Aufgabenfeld suchen. Was Sie als Unternehmen zu bieten haben. Wodurch sich Ihr Unternehmen von anderen positiv abhebt. Und dies in Ihrer Anzeige so hervorheben, dass sich der geeignete Bewerber sofort angesprochen fühlt.

Bevor Sie also die nächste erfolglose Stellenanzeige schalten, überlegen Sie:

  • Welche Qualifikationen sind für die ausgeschriebene Vakanz wesentlich?
  • Besteht die Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren?
  • Worin unterstützen Sie den Stellenbewerber?
  • Was unterscheidet Ihr Unternehmen von anderen?
  • Welche Möglichkeiten zur Weiterbildung und zum beruflichen Aufstieg bieten Sie?
  • Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit im Team, unter den Kollegen?
  • Welche Firmenphilosophie vertreten Sie und wie kann sich der Bewerber damit identifizieren?
  • Und vor allem: Suchen Sie bitte nicht nach einer humanen Ressource. Sprechen Sie den Menschen an und wecken Sie in ihm den Wunsch, bei Ihnen zu arbeiten!

Profil gewinnen und zeigen

Die Liste wäre noch verlängerbar. Doch ich sehe Sie schon jetzt den Kopf schütteln. Was für ein Aufwand! Wie soll ich das alles in einer Stellenanzeige unterbringen? Darüber können Sie sich Gedanken machen, müssen Sie aber nicht. Denn dafür gibt es den Stellenanzeigenspezialisten. Genau das ist mein Auftrag: Ihr Unternehmen, Ihre Stellenanzeige auf Vordermann zu bringen. Typisch chaotische Stellenannoncentexte zu entrümpeln und ihnen ein klares Profil zu geben. Damit Sie bei der nächsten Meldung über den Fachkräftemangel nicht sorgenvoll die Stirn runzeln, sondern sich entspannt und mit einem zufriedenen Lächeln zurücklehnen. Weil Sie Ihre Fachkraft längst gewonnen haben.

 

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