Mob­bing-Auf­trag an Art­di­rek­to­ren, Screen­de­si­gner und Tex­ter

Ehr­lich gesagt, weiß ich nicht wirk­lich, was ich von die­ser Stel­len­an­zei­ge hal­ten soll. Sicher – sie erfüllt die dring­lichs­te Auf­ga­be einer Stel­len­an­zei­ge –, sie ist auf­fäl­lig. Auch weil sie vom gesam­ten Erschei­nungs­bild her die übli­chen Lay­out­kon­zep­tio­nen von Stel­len­an­zei­gen durch­bricht.

 

Stellenanzeige Mobbing

Stel­len­an­zei­gen­bei­spiel „Mob­ben” – Quel­le & ©: e-7.com

 

Scheiß-extrem: auf­fäl­li­ge Head­line

Mer­ken Sie’s? Wie sich bei der Ver­wen­dung von Fäkal­spra­che in der Über­schrift inner­lich alles zusam­men­zieht? Nicht anders ergeht es den Betrach­tern der Stel­len­an­zei­ge. Viel­leicht nicht ganz so extrem, doch hat das Wort Mob­bing eine ver­gleich­ba­re Wir­kung, abhän­gig von Betrof­fen­heit oder Tätig­keits­aus­übung. Das The­ma erfährt in den Medi­en stän­di­ge Prä­senz. Ganz gleich, ob als mob­ben, läs­tern, hin­ter­her­re­den, am Stuhl sägen, schi­ka­nie­ren oder als Psy­cho­ter­ror am Arbeits­platz bezeich­net und ver­rich­tet: Was auch immer dem mensch­li­chen Geist an unso­zia­len Gemein­hei­ten gegen­über den Mit­men­schen, hier den Arbeits­kol­le­gen, in den Sinn kommt – es berührt uns alle.

Mit­ar­bei­ter durch Mob­bing gewin­nen?

Somit ist die­se Anzei­ge auf alle Fäl­le ein vor­zeig­ba­res Bei­spiel für eine krea­ti­ve Mit­ar­bei­ter­su­che. Lei­der trifft dies für den wei­te­ren Stel­len­an­zei­gen­text nicht zu. Klar – jeder emp­fin­det beim Betrach­ten von Bil­dern und beim Lesen von Tex­ten etwas ande­res. Jedem kann man es nicht recht machen. Will man als Arbeit­ge­ber viel­leicht auch gar nicht. Per­sön­lich­kei­ten an Land zie­hen, mag ja das Salz in der Mit­ar­bei­ter­sup­pe sein, nur fra­ge ich mich: Wer wird sich eigent­lich bewer­ben? Die Num­mer 1? Oder bewirbt sich nicht eher der Kron­prinz, der dem Hof­nar­ren den Abreiß­zet­tel über­gibt, mit der Auf­for­de­rung, ihn auf dem sil­ber­nen Sup­pen­tel­ler zu prä­sen­tie­ren?

Daher mei­ne Irri­ta­ti­on. Der Text ist pure Pro­vo­ka­ti­on und wird für die gewünsch­te Auf­merk­sam­keit sor­gen. Aber wird dadurch auch das gewünsch­te Ziel erreicht? Einen fähi­gen Mit­ar­bei­ter zu rekru­tie­ren?

Stel­len­an­zei­gen­text darf pola­ri­sie­ren

Den­noch ist bewuss­tes Pola­ri­sie­ren eine Erfolg ver­spre­chen­de Stra­te­gie für Wer­be­maß­nah­men im Recrui­ting. Man wird über den Laden reden und sei es nega­tiv oder empört: „Was fällt denen ein, so einen Auf­ruf zu star­ten?!?” Aber wem etwas ein­fällt, der gilt als krea­tiv, auch wenn die­se Krea­ti­vi­tät sich hier ganz anders als erwar­tet aus­drückt.

Betei­li­gen Sie sich an die­sem The­ma. Ver­tre­ten Sie Ihre Mei­nung zum The­ma „krea­ti­ve Stel­len­an­zei­gen”!

Schrei­ben Sie mir über die Kom­men­tar­funk­ti­on, wie Sie Ihr Wochen­en­de in Ams­ter­dam ver­bracht haben und wie es Ihnen nun auf der Posi­ti­on des ehe­ma­li­gen Art­di­rec­tors so geht. Viel­leicht haben Sie mitt­ler­wei­le, pas­send zum The­ma krea­ti­ve Stel­len­an­zei­gen, eige­ne Bei­spie­le ent­wi­ckelt — wie Ihr Arbeit­ge­ber auf Krea­ti­ven­fang geht. Sen­den Sie mir die­se Stel­len­an­zei­gen­bei­spie­le zu oder ver­lin­ken Sie die­se über die Kom­men­tar­funk­ti­on.