Betriebliche Stimmungsmessung — Kummerkasten 2.0

In the Mood – Mitarbeiterzufriedenheit auf dem Prüfstand

Ein hoher Kranken­stand, Dienst nach Vorschrift oder nicht funk­tion­ierende Mit­teilungs­ket­ten kosten Ihr Unternehmen viel Geld und sind zugle­ich wichtige Hin­weise darauf, dass es ernst zu nehmende Prob­leme unter den Mitar­beit­ern oder im Aus­tausch zwis­chen Per­son­al und Geschäft­sleitung gibt. Prüfen Sie darum die Mitar­beit­erzufrieden­heit regelmäs­sig.

Nur: Wer traut sich, dem Chef ein aufrichtiges Feed­back zu geben? Hin­ter der vorge­hal­te­nen Hand wird vieles gemauschelt, aber offene Kri­tik ist eher sel­ten. Und auch ein Lob, eine pos­i­tive Grund­stim­mung, kon­struk­tive Vorschläge ver­hallen oft unge­hört. Warum auch soll­ten sich Mitar­beit­er über ihre Arbeit, ihre Kol­le­gen, die Stim­mung im Betrieb äußern, wenn eh kein­er danach fragt? Und wohin sollen sie sich mit Verbesserungsvorschlä­gen wen­den, wenn ohne­hin kein­er zuhört?

Stimmungsbarometer vom Start-up: CompanyMood

Com­pa­ny­Mood“ nen­nt sich ein junges Start-up, dessen Grün­der erkan­nt haben, welche Ressourcen einem Unternehmen ver­loren gehen, wenn es der Stim­mung und dem dif­feren­zierten Feed­back sein­er Mitar­beit­er keine oder zu wenig Beach­tung schenkt. Als Lösung haben die Grün­der ein browser­basiertes Tool (Online-Ser­vice) entwick­elt, die es jedem Unternehmen ermöglicht, die Stim­mung im eige­nen Haus zu messen. Zwar war es Mitar­beit­ern auch bish­er schon möglich, auf Web­seit­en öffentlich die Arbeits­be­din­gun­gen in ihrem Unternehmen zu bew­erten; einen Dia­log und anhal­tendes Feed­back an die Geschäft­sleitung sehen solche Web­seit­en jedoch nicht vor.

Im Gegen­teil: Ist das Urteil ein­mal gefällt, erscheint es ohne Revi­sion dauer­haft in der jew­eili­gen Unternehmens­beschrei­bung. Die Mach­er von Com­pa­ny­Mood haben dage­gen einen anderen Ansatz gewählt. Denn gemessen und debat­tiert wird mith­il­fe des Online-Ser­vice  von Com­pa­ny­Mood unternehmensin­tern. Und nur die beteiligten Mitar­beit­er sowie der Unternehmen­sad­min­is­tra­tor kön­nen die Beiträge und Entwick­lun­gen ein­se­hen. Die Öffentlichkeit bleibt so außen vor.

Screenshot Webdesign Company-Mood.de (April 2015)

Die Fakten in Kürze

Com­pa­ny­Mood ist eine Anwen­dung die über jeden Web­brows­er aufgerufen wer­den kann (Company-Mood.de) und die Unternehmen ver­schiedene Fea­tures bietet, um Stim­mungen zu messen, Mei­n­un­gen einzu­holen und ins­ge­samt somit pos­i­tives wie neg­a­tives Feed­back, bzw. die inner­be­triebliche Mitar­beit­erzufrieden­heit, offen zu the­ma­tisieren. Falls gewün­scht sog­ar vol­lkom­men anonym. Die derzeit noch kosten­lose Teil­nahme an diesem neuen Pro­jekt erfol­gt über einen ein­fachen Reg­istrierungsvor­gang, bei dem lediglich Vor- und Nach­name sowie eine gültige E-Mail-Adresse abge­fragt wer­den. Anschließend kann sofort ein firmeneigen­er Account erstellt wer­den.

Welche Features bietet CompanyMood?

Die Ein­rich­tung des Accounts begin­nt mit ein­er Entschei­dung, ob ein trans­par­entes oder ein anonymes Track­ing erwün­scht ist. Im ersten Fall sind Mit­teilun­gen für alle ein­ge­lade­nen Mitar­beit­er ein­se­hbar, im zweit­en Fall bleibt die Ein­sicht dem Admin­is­tra­tor vor­be­hal­ten. Sodann beste­hen für den Admin­is­tra­tor fol­gende Möglichkeit­en. Er oder sie kann

  • Mitar­beit­er ein­laden oder Mitar­beit­er hinzufü­gen;
  • sich grafis­che Darstel­lun­gen der Stim­mungsen­twick­lung über einen fest­gelegten Zeitraum anzeigen lassen – von einzel­nen Mitar­beit­ern oder ganzen Abteilun­gen;
  • sich eine Über­sicht über bere­its gele­sene und noch unge­le­sene Mit­teilun­gen, die Mitar­beit­er anonym oder namentlich geschickt haben, anzeigen lassen;
  • ein Organ­i­gramm ein­se­hen, das genau auf­schlüs­selt, wo sich die aktuelle Stim­mungslage in den ver­schiede­nen Abteilun­gen oder Unternehmens­bere­ichen eingepen­delt hat.

Mitar­beit­er kön­nen in einem Stim­mungs­barom­e­ter einen Wert zwis­chen 0 (Stim­mung abso­lut im Keller) oder 100 (alles läuft per­fekt) angeben und zusät­zlich kurze Noti­zen ein­fü­gen. In Mit­teilun­gen kön­nen sie zudem ein Feed­back geben, was ger­ade gut läuft und wo sie Hand­lungs­be­darf sehen.

Screenshots CompanyMood Frontend

Welche Vorteile ergeben sich daraus?

Warum aber soll­ten Sie als Unternehmer sich auf ein solch­es Wag­nis ein­lassen? Was ist, wenn Ihre Mitar­beit­er nur neg­a­tive Kom­mentare abgeben oder sich her­ausstellt, dass die Stim­mung dauer­haft im Keller ist?

Mitar­beit­er­führung ist immer ein schwieriges und dif­fiziles Unter­fan­gen. Aber wie wir alle wis­sen: Ohne Feed­back läuft gar nichts. Wenn Sie in ein­er Posi­tion sind, in der Sie sich am lieb­sten gegen Ihre Mitar­beit­er ver­schanzen möcht­en, dann läuft etwas grundle­gend schief in Ihrem Unternehmen. Doch dürfte dies eher die Aus­nahme darstellen. Und seien Sie gewiss: Gere­det wird so oder so. Mit oder ohne Ihre Ken­nt­nis.

Statt also ängstlich auf mögliche neg­a­tive Bew­er­tun­gen zu schauen, soll­ten Sie als Unternehmer die Chan­cen nutzen, die ein Tool wie Com­pa­ny­Mood bietet. So sind es mein­er Ansicht nach drei entschei­dende Vorteile, die sich Ihnen eröff­nen.

  1. Ein offenes Ohr für die Anliegen Ihrer Mitar­beit­er zu haben, fördert in jedem Fall deren Zufrieden­heit. Prob­leme kön­nen zudem nur ange­gan­gen wer­den, wenn sie geäußert wer­den.
  2. Ger­ade in großen Unternehmen ken­nen die einzel­nen Mitar­beit­er die Abläufe in den Abteilun­gen zumeist bess­er als die Geschäft­sleitung und kön­nen daher mit kreativ­en, pfif­fi­gen, kon­struk­tiv­en Vorschlä­gen aufwarten, an die Sie vielle­icht noch gar nicht gedacht haben.
  3. Möglicher­weise stellen Sie auch fest, dass die Mitar­beit­erzufrieden­heit in Ihrem Unternehmen viel bess­er ist, als Sie ver­mutet hat­ten. Dann nutzen Sie doch das pos­i­tive Feed­back, das Ihre Mitar­beit­er geben, für die näch­ste Stel­lenanzeige, in der Sie damit zugle­ich ein wenig Imagepflege betreiben. Denn nichts ist für Stel­len­be­wer­ber span­nen­der als die Mei­n­ung der Mitar­beit­er, die als glaub­hafte Tes­ti­mo­ni­als für ihr Unternehmen ein­treten.

Probleme lösen sich nicht von selbst. Aber Company Mood weckt Aufmerksamkeit und fördert Zufriedenheit

Natür­lich kann eine Anwen­dung wie Com­pa­ny­Mood keine Lösungsvorschläge abbilden. Doch wird die Nutzung der Anwen­dung, zu der sich in kürzester Zeit bere­its über 100 namhafte Unternehmen entschlossen haben, eine Eigen­dy­namik entwick­eln, die auch Ihrem Unternehmen förder­lich sein kann. Als Anzeigen­spezial­ist, der sich seit zwei Jahrzehn­ten mit Fra­gen der Auswahl von Stel­len­be­wer­bern und der Moti­va­tion von Mitar­beit­ern befasst, würde ich Ihnen allerd­ings rat­en, dabei ein paar grundle­gende Spiel­regeln einzuhal­ten.

Spielregeln beachten

Zunächst ein­mal lässt sich die Teil­nahme an einem Stim­mungs­barom­e­ter nicht von oben herab verord­nen. Sprechen Sie mit Ihren Mitar­beit­ern, stellen Sie die App vor, ver­suchen Sie Ihre Mitar­beit­er zu ein­er frei­willi­gen Teil­nahme zu motivieren. Besprechen Sie zudem offen, ob die Teil­nahme trans­par­ent oder anonym erfol­gen soll. Möglicher­weise wer­den sich anfangs einige Mitar­beit­er als skep­tisch erweisen oder nicht teil­nehmen wollen. Zwin­gen Sie sich nicht dazu. Arbeit­en Sie mit jenen, die frei­willig dazu bere­it sind. Ver­trauen Sie darauf, dass auch die Skep­tik­er bemerken wer­den, dass Sie ern­sthaft Inter­esse an der Stim­mung im Unternehmen haben. Verzicht­en Sie in jedem Fall auf Repres­sio­nen gegenüber Mitar­beit­ern, die Kri­tik äußern. Und lassen Sie Ihren Mitar­beit­ern Zeit, sich in die neue Rolle des Feed­back­ge­bers einzufind­en.

Wenig Aufwand, viel Feedback — Mehr Kenntnis über den Status der Mitarbeiterzufriedenheit

Wie hoch der Aufwand let­ztlich ist, den Sie betreiben, hängt im Wesentlichen von der Stim­mung im Unternehmen und den Störun­gen oder Kon­flik­ten ab, auf die Sie aufmerk­sam wer­den. Grund­sät­zlich benöti­gen Sie nur wenige Minuten, um sich ein Bild zu ver­schaf­fen, wie sich die Stim­mung eines Mitar­beit­ers, ein­er Abteilung oder im gesamten Unternehmen darstellt. Denn die aufwendi­gen Erhe­bun­gen und Gespräche, die son­st notwendig wären, nimmt Ihnen der Online-Ser­vice von Com­pa­ny­Mood ja bere­its ab.

Was Sie damit dann anfan­gen und in welchem Maße Sie Verän­derun­gen forcieren, bleibt Ihnen jed­erzeit selb­st über­lassen. Seien Sie in jedem Fall gewiss: Com­pa­ny­Mood ist nur der Über­bringer der Botschaft. Wovon diese berichtet, ist exis­tent, ob Sie davon wis­sen oder nicht.

Was kostet das und wie kann ich mitmachen?

Com­pa­ny­Mood befind­et sich noch in der Erprobungsphase, die Teil­nahme ist kosten­los (Stand 04/2015). Und wie es sich für ein gutes Feed­back-Tool gehört, geben die Grün­der, Markus Schwed und Orlan­do Poli­ci­c­chio, den Teil­nehmenden die Möglichkeit, selb­st Feed­back über das Tool und Wün­sche an dessen Weit­er­en­twick­lung zu äußern. Aber am besten schauen Sie sich die Sache mal selb­st an. Hier find­en Sie im Netz Com­pa­ny­Mood.

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