21 Tipps für Ihre Stellenausschreibungen 2018

Um 2018 die besten Stellenbewerber zu finden, empfehle ich Ihnen diese 21 Tipps für bessere Stellenausschreibungen

Der Jahreswech­sel naht und über­all erscheinen die ersten Horoskope und Wahrsa­gun­gen. Was bringt uns das Jahr 2018? Wenn Sie noch immer vakante Stellen zu beset­zen haben, ist die Empfehlung klar: Verzicht­en Sie auf einen Blick in die Kristal­lkugel. Befassen Sie sich lieber mit den 21 Tipps für bessere Stel­lenauss­chrei­bun­gen, um 2018 die besten Bewer­ber zu find­en.

1. Attention, please: Aufmerksamkeit des Betrachters lenken

Sie kön­nen sich die Fin­ger wund schreiben und das Hirn nach den besten For­mulierun­gen durch­forsten: Wird Ihre Stel­lenanzeige nicht auf den ersten Blick wahrgenom­men, bleibt sie erfol­g­los. Vor der Gestal­tung und For­mulierung Ihrer Stel­lenanzeige ste­ht daher die Frage: Wo will ich die Anzeige veröf­fentlichen?  Schnap­pen Sie sich das Fachjour­nal oder schauen Sie sich infrage kom­mende Onlinepor­tale genau an. Wie kön­nen Sie in diesem Umfeld pos­i­tiv auf­fall­en? Mit welchen Illus­tra­tio­nen, Bildern, gestal­ter­ischen Ele­menten lenken Sie den Blick des Betra­chters auf Ihre Anzeige? Bedenken Sie dabei: Print­anzeigen wer­den als Ganzes wahrgenom­men.

Veröf­fentlichun­gen auf Online-Stel­len­por­tal­en erscheinen zunächst verkürzt in ein­er Liste. Hier kommt es auf das richtige Ver­hält­nis von attrak­tivem Eye­catch­er und präzis­er Head­line an, um die Aufmerk­samkeit des Betra­chters zu gewin­nen.

 Tipp:  Ver­mei­den Sie in der visuellen Gestal­tung alles, was neg­a­tiv kon­notiert ist oder über­trieben wirkt. Aus­rufeze­ichen beispiel­sweise sind keine Rudeltiere. Wenn Sie jet­zt!!!, sofort!!! einen Bewer­ber suchen, erweckt das den Ein­druck eines gehet­zten Arbeit­ge­bers, der – aus Grün­den!!! – keine Bewer­ber find­et.

2. Interesse wecken durch Präzision

Präzi­sion fasziniert jeden – gle­ich, ob im tech­nol­o­gis­chen Bere­ich oder in der Sprache. Umso mehr über­rascht es, dass der beliebteste Aus­druck in deutschen Stel­lenanzeigen die Abkürzung „u. a.“ ist (siehe Spiegel.de). Statt präzise zu benen­nen, wer wen zu welchen Kon­di­tio­nen und für welche Auf­gaben sucht, wird ein biss­chen hü und ein wenig hott geschwafelt. Merken Sie sich daher für Ihre Stel­lenge­suche 2018: Ab heute wer­den wir konkret.

 Tipp:  Präzise zu for­mulieren bedeutet nicht, Sprache und Ton­fall kün­stlich zu verk­nap­pen oder sich auf Halb­sätze in Auflis­tun­gen zu konzen­tri­eren. Acht­en Sie auf Ihre Tonal­ität und geben Sie Ihren Aus­sagen Raum, um  zu wirken. Wesentlich ist nur, dass klare Infor­ma­tio­nen zu Berufs­beze­ich­nung und Anstel­lungs­form, Auf­gaben­feld, Voraus­set­zun­gen und Kon­di­tio­nen nicht unterge­hen.

3. Emotional überzeugen

Flex­i­bel, engagiert, ein­satzbere­it – so stellen Sie sich gewiss den per­fek­ten Bewer­ber vor. Dass diese starken Begriffe in Stel­lenanzeigen oft wie  leere Floskeln  wirken, hängt nicht allein mit ihrer infla­tionären Ver­wen­dung zusam­men. Es fehlt an Argu­menten, die emo­tion­al überzeu­gen.  Wer sich für etwas engagiert, tut dies aus Lei­den­schaft und Überzeu­gung. Ein­satzbere­it ist, wer seine Arbeit liebt. Flex­i­bel kann sein, wer gut abgesichert ist oder auf soziale Bedin­gun­gen trifft, die die erforder­liche Flex­i­bil­ität aus­gle­ichen.

 Tipp:   Über­legen Sie bitte, wann Sie sich das let­zte Mal für etwas engagiert haben. Und warum. Ver­suchen Sie, ana­log Gründe zu find­en, warum sich der Ein­satz für Ihr Unternehmen lohnt. Finanzielle Anreize sind ein gutes Argu­ment, aber eben kein emo­tionales. Gehen Sie tiefer, ent­deck­en Sie das „Wir“ in Ihrem Unternehmen. Und lassen Sie es in Ihrer Stel­lenanzeige zu Wort kom­men.

4. Sprechen Sie Jobbish?

Sie sitzen in der Straßen­bahn und hören, wie sich zwei Jugendliche in ein­er Ihnen unver­ständlichen Sprache unter­hal­ten. Plöt­zlich erklingt inner­halb des Gesprächs ein ver­trautes Wort, so etwas wie „Arbeit­sun­fähigkeits­bescheini­gung“ oder „Kranken­ver­sicherungskarte“.  Es gibt eben Wörter und Begriffe, die lassen sich nicht ein­fach in eine andere Sprache über­set­zen. 

Was die For­mulierung von Stel­lenanzeigen bet­rifft, scheinen der Fan­tasie dage­gen keine Gren­zen geset­zt. Das bet­rifft den ständi­gen Wech­sel zwis­chen deutschen und englis­chen Phrasen (Know Your Worth as unser Facil­i­ty-Man­ag­er). Aber auch die aben­teuer­liche Aus­las­sung von Binde­strichen (Sie wick­eln unsere Part­ner Prozesse ab) oder einen Satzbau, der nach Atem rin­gen lässt, wie in fol­gen­dem Beispiel:  „Sind Sie im Außen­di­enst groß gewor­den und haben Sie gel­ernt, dass es – vor allem anderen – das Wichtig­ste ist, Ihren Kun­den zu helfen, Geld zu ver­di­enen, und zwar mit Ihren Pro­duk­ten und Ihren Dien­stleis­tun­gen?“ (1)

 Tipp:   Ob anti­quar­isch­er Satzbau oder hip­per Slang: Verzicht­en Sie 2018 auf eine Sprache, die das Hirn des Lesers benebelt, ihm aber keine klaren Anhalt­spunk­te gibt, wonach Sie eigentlich suchen. Oder ihn darüber aufk­lärt, warum es wichtig sein kön­nte, als Haus­meis­ter Ihres Unternehmens seinen eige­nen Wert zu ken­nen.

5. Print wirkt – ohne viele Worte

2014 eroberte eine Stel­lenanzeige die Herzen aller Nerds. Ein Unternehmen warb mit ein­er schlicht­en Aus­sage um Infor­matik­er: Wir suchen Infor­matik­er, die es lieben, schwierige Prob­leme zu lösen. Rufen Sie uns unter der fol­gen­den Num­mer an … Das Prob­lem: Um die Tele­fon­num­mer zu erhal­ten, mussten die Bewer­ber eine Gle­ichung mit mehreren Unbekan­nten lösen.

Anzeige Computeringenieur

Quelle: Techeblog.com

Die ein­fache Gestal­tung der Anzeige bewirk­te, dass sie ein viraler Hit wurde. Dabei enthielt sie nicht einen Satz über das Unternehmen, das Stel­len­pro­fil, weit­ere Voraus­set­zun­gen, die der Bewer­ber erfüllen sollte. Das Prinzip von Print­anzeigen, näm­lich ohne viel Text die opti­male Wirkung zu erzie­len, wurde hier per­fekt umge­set­zt. 
 Tipp: 
 Nur wenige Unternehmen wer­den eine solche Lösung eins zu eins übernehmen kön­nen. Die erwäh­nte Anzeige stellt in ihrer Kürze und Präg­nanz aber eine gute Ori­en­tierung­shil­fe dar. Lassen Sie bei Print­anzeigen alles Über­flüs­sige weg, konzen­tri­eren Sie sich auf eine wesentliche Aus­sage. Und ver­weisen Sie von Ihrer Print­anzeige dann auf Ihre Onlinepräsenz, auf der Inter­essen­ten alle weit­eren Infor­ma­tio­nen in ein­er aus­führlich for­mulierten Stel­lenanzeige erhal­ten.

6. Genaue Berufsbezeichnung und Tätigkeitsbeschreibung wählen

Die unter Punkt 5 erwäh­nte Anzeige wurde ein Hit, obwohl nie­mand so genau wusste, wer dahin­ter­steck­te und welche Art von Bewer­ber wirk­lich gesucht wurde. In Zeit­en, in denen agile Arbeitsver­hält­nisse und Pro­duk­tion­sweisen an Bedeu­tung gewin­nen, über­rascht das wenig. Denn hier sind ganz andere Kom­pe­ten­zen gefragt als Ord­nung, Diszi­plin und Pünk­tlichkeit.  Für die meis­ten Unternehmen dürfte es aber auch bedeut­sam sein, dass der Bewer­ber Fähigkeit­en und Ken­nt­nisse mit­bringt, die möglichst genau zum Anforderung­spro­fil passen. Die erste wichtige Entschei­dung­shil­fe liefert die Berufs­beze­ich­nung. Lei­der bege­ht eine wach­sende Zahl an Unternehmen hier zwei Fehler:

  • Es wer­den Fan­tasieberufe (die gute Fee) oder Umschrei­bun­gen (Mul­ti­p­lika­tor) gewählt, unter denen sich nie­mand etwas vorstellen kann und nach denen auch nie­mand sucht. Dies ist ins­beson­dere bei Online-Stel­lenanzeigen ein riesiger Nachteil, da Bewer­ber wichtige Key­words in die Such­mas­chine eingeben und nicht die vom Unternehmen gewählten Umschrei­bun­gen. 
  • Es wer­den Berufs­beze­ich­nun­gen aus dem Englis­chen über­nom­men (oder solche kreiert), die den deutschen Beze­ich­nun­gen nicht entsprechen. So ist nicht jed­er englis­che Engi­neer auch ein Inge­nieur und ein First Lev­el Sup­port­er hat sein Büro zumeist nicht in der Führungse­tage.
 Neben ein­er irreführen­den Beze­ich­nung kann die falsche Zusam­menset­zung englis­ch­er Begriffe zum pein­lichen Fehler wer­den.  Etwa wenn Sie nach einem Man­ag­er Com­mu­ni­ca­tions oder einem Direc­tor Adver­tis­ing suchen. Jed­er englis­chsprachige Bewer­ber wird sich dann gequält abwen­den – weil die Rei­hen­folge falsch ist. Es sei denn, Sie suchen „Man­agerkom­mu­nika­tion“ und „Geschäfts­führerwer­bung“. 
 Tipp: 
 Es ist dur­chaus üblich, für viele Berufe die englis­che Beze­ich­nung zu wählen. Befassen Sie sich aber inten­siv damit, ob Begriff und Tätigkeit mit dem, was Sie sich darunter vorstellen, übere­in­stim­men.

7. Und was kommt jetzt?

Achtung, jet­zt kommt ein Kar­ton“, ruft ein kleines Mäd­chen in einem Werbespot der 1980er Jahre. Und erhält von ein­er Stimme aus dem Off die Belehrung: „Das heißt Car­toon“. Das Mäd­chen bleibt bei sein­er Aussprache und her­abfällt ein Kar­ton mit der Auf­schrift „Car­toon“.

Der Spot ist so ein­prägsam, dass sich noch drei Jahrzehnte später viele Men­schen daran erin­nern, die ihn einst gese­hen habe. Er lässt sich aber auch gut als Meta­pher für viele Stel­lenanzeigen ver­wen­den. Da wurde viel Mühe auf die visuelle und sprach­liche Gestal­tung gelegt. Und den­noch weiß der poten­zielle Bewer­ber nicht, was ihn erwartet: Ein Kar­ton oder ein Car­toon? Der Grund dafür ist leicht benan­nt: In den meis­ten Stel­lenanzeigen fehlt eine fundierte Beschrei­bung, was der Bewer­ber am neuen Arbeit­splatz eigentlich tun soll. Welche konkreten Auf­gaben ihn erwarten. Das ist gut in der agilen Soft­wa­reen­twick­lung. Aber es ist schlecht, sehr schlecht, wenn Sie einen Mas­ter of Arts oder einen Mas­ter of Engi­neer­ing suchen.

Im ersten Fall kön­nte sich der Lit­er­atur­wis­senschaftler um eine Anstel­lung als Sozi­ologe bemühen. Im zweit­en Fall ver­leit­en Sie vielle­icht einen Tonin­ge­nieur dazu, sich auf eine Posi­tion als Schweiß­fachin­ge­nieur zu bewer­ben. 

 Tipp:  Denken Sie 2018 unbe­d­ingt daran, nicht nur zu for­mulieren, welche Ken­nt­nisse und Fer­tigkeit­en Ihr Wun­schbe­wer­ber mit­brin­gen sollte. Son­dern auch, welche konkreten Tätigkeit­en und Auf­gaben ihn erwarten.

8. Nicht die eierlegende Wollmilchsau suchen

Statt ein­er konkreten Berufs­beze­ich­nung kön­nte man manch ein­er Stel­lenanzeige auch den Titel „eier­legende Wollmilch­sau m/w gesucht“ geben. Was es tat­säch­lich schon gab, denn 2015 suchte ein Pflege­di­enst aus Ber­gisch Glad­bach unter dieser Über­schrift nach schlecht bezahlten Mitar­beit­ern mit hoher Bere­itschaft, eine Vielzahl an Über­stun­den zu leis­ten. Kurz zusam­menge­fasst drück­en der­lei Stel­lenanzeigen oft unge­wollt aus: Du musst alles sein, kön­nen und geben, darf­st dafür aber nichts erwarten. Und dann wird Kom­pe­tenz um Kom­pe­tenz, Fer­tigkeit um Fer­tigkeit aneinan­derg­erei­ht – obwohl vieles davon mit dem eigentlichen Auf­gabenge­bi­et gar nichts zu tun hat. 

 Tipp:  Ver­ab­schieden Sie sich 2018 vom Wun­schdenken, einen Mitar­beit­er zu find­en, der „alles“ kann. Sie brauchen einen solchen Angestell­ten näm­lich gar nicht. Konzen­tri­eren Sie sich stattdessen darauf, was Ihr Bewer­ber unbe­d­ingt kön­nen muss und stellen Sie dies in Ihrem Stel­lenin­ser­at klar her­aus. Und übri­gens: Nur weil jemand Schule und Aus­bil­dung bere­its abgeschlossen hat, heißt das nicht, dass er nicht mehr lern­fähig ist. Neben­ge­ord­nete Qual­i­fika­tio­nen lassen sich auch während der Ausübung eines Berufes noch erwer­ben.

9. Vermeiden Sie Bleiwüsten – auch online!

Zeitungsleser ken­nen die Blei­wüsten, die sam­stags jede Tageszeitung schmück­en: Über Seit­en wer­den Stel­lenin­ser­ate in unle­ser­lich­er Form und teil­weise beschä­mender Gestal­tung im Kleinanzeigen­teil zusam­menge­fasst.  Lei­der hat sich diese Unsitte, dem Leser ein­tönig gestal­tete Texte zu präsen­tieren, auch online durchge­set­zt.  Als gäbe es irgen­dein geheimes Gesetz, das es ver­bi­etet, Stel­lenanzeigen attrak­tiv, über­sichtlich und gut les­bar zu gestal­ten! 

 Tipp:  Online-Blei­wüsten entste­hen beispiel­sweise, wenn Sie auss­chließlich Bul­let­points ver­wen­den und auf Fließ­text ganz verzicht­en. Oder wenn Sie die gängi­gen For­matierungsregeln für Online-Texte nicht ein­hal­ten. Denken Sie daher 2018 bei jed­er Stel­lenanzeige daran, dass gute Les­barkeit eine eben­so gute Gestal­tung voraus­set­zt.

10. Stellenanzeigen auf der eigenen Website veröffentlichen

Viele Unternehmen investieren in Stel­lenanzeigen, um sie dann in Zeitschriften oder auf Online-Stel­len­börsen zu veröf­fentlichen. Andere teilen ihre Stel­lenange­bote über die Social Media oder nutzen Online-Tools, mit deren Hil­fe sich ver­meintlich im Han­dum­drehen Stel­lenanzeigen gestal­ten und veröf­fentlichen lassen. Viele weit­ere Optio­nen sind möglich und sin­nvoll, solange Sie einen Rat beherzi­gen:  Ver­lassen Sie sich in der Online-Suche nicht auf externe Seit­en.  Denken Sie unbe­d­ingt daran, auch auf der eige­nen Webpräsenz einen Unter­punkt „offene Stellen“ einzuricht­en. Und zwar aus drei guten Grün­den:

  • Heute hier, mor­gen fort: Wer eige­nen Con­tent nur auf exter­nen Seit­en pub­liziert, riskiert, dass die gesamten Inhalte ver­loren sind, wenn es dem Betreiber ger­ade passt – etwa, weil aus einem kosten­freien plöt­zlich ein gebührenpflichtiges Por­tal wird oder weil die Inhalte nicht passen oder weil eine Seite ganz eingestellt wird.
  • Wer Jobs zu vergeben hat, befind­et sich offen­sichtlich in ein­er Phase des Wach­s­tums. Ein Mar­ketingar­gu­ment, das Sie sich nicht nehmen lassen soll­ten.
  • Viele Stel­len­suchende rufen gezielt Seit­en von Unternehmen auf, für die sie gern tätig wer­den wür­den. Eine Stel­lenanzeige auf Ihrer eige­nen Web­site birgt daher die größte Chance, dass sich Kan­di­dat­en bei Ihnen bewer­ben, die ein echt­es Inter­esse an Ihren Pro­duk­ten oder Dien­stleis­tun­gen mit­brin­gen. 

11. Online-Stellenausschreibung professionell umsetzen

Mit den Online-Tools zur Gestal­tung von Stel­lenanzeigen ver­hält es sich ähn­lich wie mit Web­seit­en nach dem Baukas­ten­prinzip. Kann man machen. Zeigt aber eigentlich nur, dass man außer 08/15-Gestal­tun­gen nichts zu bieten hat. Vor­la­gen und Muster, die Sie online kaufen kön­nen (denn kosten­los ist bekan­ntlich nicht ein­mal der Tod), sind zudem wenig hil­fre­ich, da sie Ihnen zwar eine Struk­tur, aber keine Inhalte vorgeben. Dass Sie ein Foto, ein paar Angaben zum Unternehmen, zum Pro­fil, zur Tätigkeit und zu den Kon­di­tio­nen eingeben müssen, wussten Sie aber auch schon, bevor Sie drei bis fünf Euro in eine nut­zlose Vor­lage investiert haben. 

 Tipp:  Bess­er als eine Baukas­ten-Anzeige ist jede Anzeige, die Sie indi­vidu­ell und passend zu Ihrem Unternehmen gestal­ten oder gestal­ten lassen. Je wichtiger Ihnen die rasche Beset­zung der vakan­ten Posi­tion ist, desto pro­fes­sioneller muss die Anzeige gestal­tet sein. Hier auf StellenanzeigenSpezialist.de find­en Sie diverse Beispiele, Rat­ge­ber­ar­tikel, Tipps und Tricks für eine erfol­gre­iche Anzeigengestal­tung.

12. Online- und Offlineaktivitäten verbinden

Vom Zwang zur Dig­i­tal­isierung wird mit­tler­weile so viel gesprochen, dass man es manch­mal schon nicht  mehr hören kann. Für die erfol­gre­iche Schal­tung von Stel­lenanzeigen kön­nen Sie nach wie vor auch auf eine Veröf­fentlichung in Print­pub­lika­tio­nen set­zen. Ich rate aber generell dazu, Online- und Offlineak­tiv­itäten zu verknüpfen, auch bei der Bewer­ber­suche. 

 Tipp:  Ist für Ihre Branche oder für Ihr Unternehmen eine Suche über Kleinanzeigen in Fachzeitschriften oder Tageszeitun­gen unent­behrlich? Dann nutzen Sie den vorhan­de­nen Platz, um auf Ihre Onlinepräsenz aufmerk­sam zu machen.

13. In the middle of nowhere: wenn schon Fotos, dann die richtigen

Pla­nen Sie, Ihre Stel­lenanzeige mit Fotos aus Ihrem Unternehmen zu schmück­en? Super Idee! Nur bitte: Verzicht­en Sie unbe­d­ingt auf den Klas­sik­er in der Abbil­dung von Fer­ti­gung­shallen und Stamm­sitzen: die seitliche Per­spek­tive auf ein Gebäude, von dem der Betra­chter nichts anderes sieht, als dass es irgend­wann gebaut wurde und nun in der Gegend herum­ste­ht. Es gibt nichts Tris­teres, als die Darstel­lung eines Unternehmens ohne span­nende Details, ohne Ein­blicke ins Geschehen, ohne die Men­schen, die darin arbeit­en.

 Mein  Tipp:  für Ihre erfol­gre­iche Stel­lenanzeige 2018 lautet daher: Gehen Sie mit offe­nen Augen durch Ihren Betrieb. Fan­gen Sie mit der Dig­italk­a­m­era ein, was es dort zu ent­deck­en gibt. Lassen Sie eine Drohne über das Fir­men­gelände fliegen. Oder zeigen Sie, wo und wie man bei Ihnen zusam­menkommt. Fan­gen Sie ein, wonach Sie doch suchen: Kom­pe­tenz, Teamgeist, Zusam­me­nar­beit, Entwick­lung. Dann liest Ihr Bewer­ber nicht nur, was Sie wollen, er erhält auch einen ersten visuellen Ein­druck davon. 

14.  Angestellte hören und sprechen lassen

Auch Ihre derzeit­i­gen Angestell­ten haben sich ein­mal bei Ihnen bewor­ben. Wer, wenn nicht sie, kön­nte Ihnen bess­er Auskun­ft darüber geben, wie ein Bewer­ber das gesamte Ver­fahren wahrn­immt? Was gut gelaufen ist und was weniger gut? Welche Infor­ma­tio­nen man sich damals gewün­scht hätte und welche man erhal­ten hat? Und wer, wenn nicht Ihre Angestell­ten, kön­nte Ihren Wun­schbe­wer­bern Auskun­ft darüber geben, wie es ist, bei Ihnen zu arbeit­en? Vielle­icht wis­sen Sie noch gar nicht, wom­it Ihre Mitar­beit­er zufrieden sind und wom­it nicht. Dann brin­gen Sie es in Erfahrung – in per­sön­lichen Gesprächen, sofern das Ver­trauensver­hält­nis gegeben ist. Oder durch die Ein­rich­tung ein­er Ideen­box oder eines Kum­merkas­tens für Mitar­beit­er, in dem anonym Nachricht­en und Wün­sche hin­ter­legt wer­den kön­nen. 

 Tipp:  Unternehmen verbessern die inner­be­triebliche Zusam­me­nar­beit, wenn sie ihre Mitar­beit­er in die Auswahl neuer Angestell­ter ein­beziehen. Ob eher pas­siv als Rat­ge­ber oder sog­ar aktiv als Stimm­berechtigte – ver­suchen Sie 2018 ein­mal, diese Idee in Ihr Bewer­bungsver­fahren aufzunehmen.

15. Ihre Qualität als Arbeitgeber transparent machen

Auf Por­tal­en wie kununu.com bew­erten Mitar­beit­er das Unternehmen, für das sie tätig sind. Doch damit ist die Funk­tion der Bew­er­tungsportale noch nicht erschöpft. Denn auch das Unternehmen selb­st kann sich hier umfassend vorstellen – mit Fotos, Videos und Fak­ten und mit der Möglichkeit, Inter­essierten auf Fra­gen direkt zu antworten. Die Bew­er­tungsportale wer­den daher von Arbeit­suchen­den rege genutzt, die sich über Unternehmen bes­timmter Branchen informieren oder direkt einen neuen Arbeit­ge­ber suchen wollen. 

 Tipp:  Beziehen Sie Por­tale wie kununu.com, XING und andere direkt in Ihre Bewer­ber­suche ein – Sie befind­en sich in bester Gesellschaft, denn auch große Konz­erne wie die Deutsche Bahn, die Telekom oder Siemens präsen­tieren sich dort.

16. Geduld ist Silber, Vorsorge ist Gold

Je höher es auf der Kar­ri­ereleit­er hin­aufge­ht, desto umfassender sind die Bewer­bungsver­fahren. Zur schriftlichen Bewer­bung kommt dann das per­sön­liche Gespräch, zum Gespräch das Assess­ment und anschließend vielle­icht noch eine Probephase. Da kann es schon mal zwei Monate dauern, bis eine Entschei­dung gefällt ist. Für die Bewer­ber ist das eine harte Zeit. Berück­sichti­gen Sie dies in Ihren Ver­fahren und teilen Sie ihnen von Anfang an offen mit, wann sie früh­estens mit ein­er Entschei­dung rech­nen kön­nen und wie das gesamte Auswahlver­fahren ver­laufen wird. Wie die Stel­len­be­wer­ber, sehen sich auch Unternehmen zuweilen auf die Geduld­sprobe gestellt, wenn eine freie Stelle zu beset­zen ist. Wis­sen Sie bere­its, dass eine Posi­tion in abse­hbar­er Zeit frei wird, fan­gen Sie daher so früh wie möglich damit an, sie auszuschreiben. Es hat sog­ar schon Anzeigen­for­mate gegeben, in denen Angestellte selb­st ihre Nach­fol­ger gesucht haben, damit sie endlich in Rente gehen kön­nen. 

 Tipp:  Han­deln Sie weit­sichtig. Ver­suchen Sie, nicht in die Sit­u­a­tion zu gelan­gen, dass Sie sofort auf einen neuen Mitar­beit­er angewiesen sind – denn dann bleibt Ihnen kaum noch eine Wahl. Nutzen Sie daher auch in Zeit­en, in denen alle Posi­tio­nen beset­zt sind, die oben genan­nten Möglichkeit­en, sich bei zukün­fti­gen Wun­schkan­di­dat­en immer mal wieder ins Bewusst­sein zu brin­gen. Denn es dauert im Durch­schnitt vier Monate, bis eine Posi­tion, für die eine gut aus­ge­bildete Fachkraft gesucht wird, beset­zt wer­den kann. 

17. Top-Leute haben selten Grund, sich zu bewerben

Sie kön­nen zudem davon aus­ge­hen, dass ein Großteil der Bewer­ber, nach denen Sie hän­derin­gend suchen, bere­its in Lohn und Brot ist. Damit möchte ich nie­man­den, der aktuell eine Stelle sucht, in Ver­ruf brin­gen. Aber Spitzen­leute mit fundiertem Wis­sen oder mit erforder­lichen Detailken­nt­nis­sen lässt kein­er gerne weit­erziehen. Sie wer­den in Branchen mit tat­säch­lichem Fachkräfte­man­gel deshalb nicht drum herumkom­men, Mitar­beit­er ander­er Unternehmen abzuwer­ben. Daran ist nichts Ver­w­er­flich­es, sofern Sie einige Spiel­regeln ein­hal­ten. Beispiel­sweise ist es Ihnen unter­sagt, Mitar­beit­er abzuwer­ben, indem Sie deren bish­eri­gen Arbeit­ge­ber dif­famieren. Auch dür­fen Sie nie­mand zu ein­er frist­losen Kündi­gung bewe­gen oder einen Mitar­beit­er fest ein­stellen, der sein bish­eriges Beschäf­ti­gungsver­hält­nis noch nicht been­det hat. Selb­stver­ständlich dür­fen Sie aber Ihre Wun­schkan­di­dat­en kon­tak­tieren und auf sich und Ihr Stel­lenange­bot aufmerk­sam machen. 

 Tipp:  In jed­er Branche sind andere Motive für einen Job­wech­sel bedeut­sam. So zeigte eine Step­Stone-Studie aus dem Jahr 2013 beispiel­sweise, dass Angestellte in Inge­nieurs­berufen das Ver­hält­nis zu den Kol­le­gen und die Arbeitsin­halte als beson­ders wichtig emp­fan­den. Bei Mitar­beit­ern aus den Bere­ichen Finance & Con­trol­ling war es neben den Arbeitsin­hal­ten der Unternehmens­stan­dort, der sie an ihren Arbeit­ge­ber beson­ders band. Das Gehalt spielte inter­es­san­ter­weise nur bei einem Vier­tel bis einem Drit­tel der Befragten eine Rolle für ihre Bindung an den bish­eri­gen Arbeit­ge­ber.

18. Motive finden, die zum Jobwechsel motivieren

Wollen Sie Arbeit­skräfte hal­ten, bieten Sie ihnen ein Umfeld, in dem sie gern tätig sind, sich gut ein­brin­gen und in dem sie so frei wie möglich Arbeitsin­halte und Zeit­ein­teilung gestal­ten kön­nen.  Sind Sie darauf angewiesen, Mitar­beit­er aus beste­hen­den Arbeitsver­hält­nis­sen abzuwer­ben, befassen Sie sich damit, welche Motive es sind, die diese zu einem Job­wech­sel ver­an­lassen kön­nten. 

 Tipp:  2017 von Step­Stone nach Grün­den gefragt, die für einen Job­wech­sel sprechen, gaben 74 % der Befragten ein höheres Gehalt an. Rund 70 %  benan­nten zudem den Wun­sch, den Arbeit­stag zeitlich und inhaltlich freier gestal­ten zu kön­nen. Mehr Entschei­dungskom­pe­tenz, ein bre­it­eres Auf­gaben­spek­trum und ein Auf­stieg in eine höhere Posi­tion gehörten eben­falls zu den häu­fig genan­nten Grün­den. (PDF via Stepstone.de) Vielle­icht kön­nen Sie ja genau damit punk­ten?

19. Benefits finden und benennen 

Häu­fig wis­sen Unternehmen nicht, welche Plus­punk­te und Ben­e­fits sie in Ihren Stel­lenauss­chrei­bun­gen erwäh­nen sollen, damit sich über­haupt geeignete Bewer­ber vorstellen. Geht es Ihnen ähn­lich,  empfehle ich, sich auf den erwäh­n­ten Arbeit­ge­ber-Bew­er­tungsportal­en gründlich umzuse­hen . Dort wer­den Aspek­te wie Arbeit­sat­mo­sphäre und Kol­le­gen­zusam­men­halt, Kom­mu­nika­tion und Vorge­set­zten­ver­hal­ten, Auf­gaben­stel­lun­gen, Unternehmen­sim­age und mehr als wichtige Kri­te­rien benan­nt.  Darüber hin­aus sind die soge­nan­nten Ben­e­fits nicht zu unter­schätzen. Zu den Ben­e­fits gehört alles, was Sie Ihren Mitar­beit­ern als kleine oder größere Extras gön­nen: der Fir­men­wa­gen oder das Fir­mensmart­phone, die Kaf­feeküche oder das Bio-Obst, die Erlaub­nis, den Hund mit ins Büro zu brin­gen oder die Verteilung von Essensgutscheinen für Restau­rants und Cafés in der Nähe des Arbeit­splatzes. 

 Tipp:  Natür­lich hängt es von der Größe Ihres Unternehmens, von Umsätzen und Finanzstärke ab, welche Ben­e­fits Sie in Ihren Stel­lenanzeigen anbi­eten kön­nen. Kleinere und mit­tlere Unternehmen lösen das Prob­lem, keine kost­spieli­gen Ben­e­fits anbi­eten zu kön­nen, indem sie humor­voll darauf ver­weisen (mit­tags ste­ht Dir das gesamte Sor­ti­ment des Kiosks von gegenüber zur Ver­fü­gung). Andere set­zen stärk­er auf gemein­schaftliche Erleb­nisse, schaf­fen beispiel­sweise einen Tis­ch­kick­er an oder räu­men zur Fußball-WM einen Raum fürs gemein­same Pub­lic View­ing frei – mit Fam­i­lie und Fre­un­den selb­stver­ständlich. Was zählt, ist Ihr Erfind­ungs­geist – und die klar kom­mu­nizierte Hal­tung gegenüber Ihren Mitar­beit­ern: Ihr seid wichtig.

20. Und Action …

Es mag manch einen über­raschen, aber die ein oder andere Bewer­ber­suche scheit­ert an einem banalen Fehler: Der Stel­len­be­wer­ber erhält keine konkreten Infor­ma­tio­nen darüber, welche Bewer­bung­sun­ter­la­gen er an wen schick­en soll. Wenn Sie einen Fahrrad­mechaniker für einen Zwei-Mann-Betrieb suchen, ist es sich­er nicht notwendig (aber den­noch hil­fre­ich) einen konkreten Ansprech­part­ner zu benen­nen. Man stelle sich aber vor, das Unternehmen Volk­swa­gen sucht einen Chief Engi­neer für die Pro­duk­tion – macht aber keine Angaben dazu, wo und bei wem sich dieser bewer­ben soll. Was soll der arme Bewer­ber dann tun? Sich mit ein­er all­ge­meinen Anrede an die Per­son­al­abteilung wen­den? Ein­fach mal anrufen und fra­gen, wer zuständig ist? Im Call-Cen­ter wird man dazu sich­er kaum etwas sagen kön­nen.  

 Tipp:  Tun Sie sich und Ihren Bewer­bern den Gefall­en und verzicht­en Sie auf Floskeln wie „Ihre aus­sagekräfti­gen Bewer­bung­sun­ter­la­gen schick­en Sie uns bitte sobald als möglich zu“. Nehmen Sie Ihre Wun­schkan­di­dat­en an die Hand und sagen Sie Ihnen genau, was sie wem auf welchem Weg schick­en sollen. Papi­er oder PDF? E-Mail oder Post? Vergessen Sie auch den Ansprech­part­ner und die Tele­fon­num­mer für Rück­fra­gen nicht – dann kön­nen Sie 2018 deut­lich entspan­nter an die Sich­tung der einge­gan­genen Bewer­bun­gen gehen, als dies bish­er der Fall war.

21. Wenn nichts mehr geht: Anzeigenanalyse nutzen

Finde den Fehler“ – so lautet oft eine erste Auf­tragsstel­lung, wenn Unternehmen mich bit­ten, ihre bish­er geschal­teten Stel­lenanzeigen ein­er gründlichen Analyse zu unterziehen. Als „Lek­tor“ mit über zwei Jahrzehn­ten Erfahrung in der Gestal­tung von Kleinanzeigen, Stel­lenanzeigen und Onlin­eanzeigen unterziehe ich Ihre Stel­lenanzeige dann ein­er kri­tis­chen Prü­fung und zeige Ihnen auf, wo sich Fehler eingeschlichen haben, was unklar oder wenig überzeu­gend wirkt, welche Möglichkeit­en Sie haben, Ihre Anzeige zu opti­mieren. Ob Sie dann darauf auf­bauend eine Kor­rek­tur vornehmen oder ob Sie mich damit beauf­tra­gen, eine ganz neue attrak­tive Stel­lenanzeige für Sie zu gestal­ten, bleibt Ihnen über­lassen.

 Tipp:  Eine Stel­lenanzeige­n­analyse führt umge­hend zur Erken­nt­nis, ob gravierende Fehler mit die Haup­tur­sache sind für fehlende, aber drin­gend erforder­liche Stel­len­be­wer­bun­gen. Denn manch­mal ist es „nur“ der leerge­fegte Arbeits­markt und nicht Ihre Stel­lenanzeige, denn aktuell spricht man in der HR-Branche von min. 3–4  Monat­en, bis eine Vakanz beset­zt wer­den kann.
Ich freue mich so oder so Ihnen und meinen Stammkun­den auch in diesem Jahr weit­er­hin für eine fundierte und erfol­gre­iche Stel­lenanzeigengestal­tung zur Seite ste­hen zu dür­fen.

Quelle:  1. Sail­er, Max­i­m­il­ian: Anforderung­spro­file und Akademis­ch­er Arbeits­markt. Wax­mann Ver­lag 2009, S. 44.

Stellenanzeigenbeispiele auf Instagram (Print & SocialMedia)

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Der richtige Ton in der richti­gen Länge überzeugt. Im Konz­ert­saal und bei Stel­lenbeschrei­bung­s­tex­ten. Begeis­tern Sie Stel­len­in­ter­essen­ten mit der passenden Ansprache in der richti­gen Textlänge. Wer­den Sie jet­zt aktiv. Qual­ität mit Lei­den­schaft, das ist mein Mot­to seit über 20 Jahren. Überzeu­gen Sie sich selb­st – rufen Sie jet­zt an: 0 99 05 — 707 85 80, Beratung täglich von 8–20 Uhr.
Joachim Ciliox

 

 

 

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